So komme ich durchs Leben...
Die Vergangenheit
Als Kind habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, was ein Tag, eine Woche, ein Monat oder der Rest meines Lebens bringen wird. Vielleicht habe ich mich morgens gefragt, ob ich nachmittags mit meinen Freunden spielen kann, aber auch dessen bin ich mir nicht ganz sicher. Das Leben war, wie es war, und meistens hat es mir Spaß gemacht. Essen, Trinken, Kleidung, Spielzeug - alles war da, ohne dass ich darüber nachdenken musste, wo es herkam, oder ob ich es auch am nächsten Tag noch haben würde. Meine Eltern waren nicht reich, aber das war mir egal. Wichtig war, dass ich Freude am Leben hatte, Freunde, mit denen ich spielen konnte, Zeit, um Dinge zu tun, die ich gerne tun wollte. Alles war einfach und unbeschwert. Als Kind konnte ich das Leben genießen, musste nichts hinterfragen. Es hat mich nicht interessiert, ob ich billige Schuhe oder Markenware trug, Hauptsache war, dass ich mich wohlgefühlt habe, mit dem, was ich anhatte, dass mir die Farbe gefiel (meine Lieblingsfarbe damals war Rot), und dass alles bequem und gemütlich war. Ansprüche hatte ich keine, denn mit dem was ich hatte, war ich vollkommen glücklich und zufrieden. Auch in die Schule bin ich so gerne gegangen, dass es mir gar nichts ausgemacht hätte, wenn ich statt nach "nur" 13 Jahren erst nach 14 oder 15 Jahren das Abitur hätte machen können. Das Leben war schön, unbeschwert, und die nahe und ferne Zukunft nichts, worüber ich mir Sorgen gemacht habe. Ich nahm alles, wie es kam - und meistens war das, was kam, gut.
Die Gegenwart
Jeden Morgen um 6:00 Uhr klingelt der Wecker und reißt mich aus meinem Schlaf. Normalerweise springe ich gleich aus dem Bett, denn wenn ich liegen bliebe, schaffe ich es sonst gar nicht mehr, mich aufzuraffen und aufzustehen. In Gedanken plane ich dann meistens schon den kommenden Tag durch. Waschen, anziehen und rechtzeitig aus dem Haus gehen, damit ich pünktlich bei der Arbeit bin. Muss ich dann nach der Arbeit noch einkaufen, oder kann ich gleich heimfahren und in meine Schuhe von Puma hüpfen, um durch den Wald zu joggen oder eine Runde zu walken? Hoffentlich ist das Wetter schön, denn bei Regen macht mir das Laufen nicht wirklich Spaß. Vielleicht gehe ich auch zum Lauftreff, denn wenn ich Gesellschaft habe, laufe ich noch lieber. Aber das wird sich zeigen. Wenn ich alleine laufe, denke ich viel darüber nach, wie viel Glück ich in meinem Leben habe. Manchmal denke ich, dass bei meiner Taufe eine gute Fee da war, die mir die Gabe von Zufriedenheit und Ausgeglichenheit geschenkt hat, denn mit dem, was ich habe, bin ich glücklich und zufrieden. Manchmal fällt mir dann ein, wie sorglos ich als Kind war, wie wenig ich darüber nachgedacht habe, was das Leben bringt. Und wie gut ich es hatte, dass ich mir keine Sorgen machen musste, weil es mir gut ging, und ich ein fröhliches, unbeschwertes Kind war, das einfach in den Tag hineinleben konnte. Das ist sicherlich die Grundlage dafür, dass ich heute ein zufriedenes, ausgeglichenes Leben habe.
Die Zukunft
Mit ein wenig Glück, das ja jeder Mensch ab und zu mal braucht, werde ich - dank der Gaben der guten Fee - auch weiterhin ein gutes Leben führen. Ein Leben, welches ich so gestalten kann, dass ich Freude an dem habe, was ich tue. Ein Leben, das so ist wie bequeme, ausgetretene Sneakers, in die man einfach hineinschlüpfen und sich wohlfühlen kann. Manchmal ist das Leben aufregend, manchmal ist es ruhig, manchmal muss ich weinen, manchmal kann ich lachen. Aber egal, was passiert, eines weiß ich ganz sicher: Das Leben ist schön.